Über die vergangene Hinrunde in der Regionalliga Bayern: Das Ding ist durch, oder?

Noch zehn Tage, dann beginnt für unseren FC05 die restliche Runde in der Regionalliga Bayern. Nach diversen Testspielen und einem einwöchigen Trainingslager in der Türkei, sind am Freitag (02. März – 19:30 Uhr) die geographischen Nachbarn der SpVgg Bayreuth im Willy-Sachs-Stadion zu Gast. Nach dem Wochenende, am Dienstag den 06. März (18:00 Uhr), wird zuhause dann das Nachholspiel gegen die zweite Mannschaft der Münchner Bayern angepfiffen. In dieser doch eher tristen Regionalliga Bayern also zwei „Highlights“ binnen weniger Tage. Zumindest aus Fansicht, denn sportlich scheint „das Ding eigentlich längst durch zu sein“: Mit 48 Punkten aus 22 Partien liegen die Münchner Löwen doch recht einsam an der Tabellenspitze, gefolgt von gleich drei Zweitvertretungen und 10 Punkte vor unserem FC.

FC Schweinfurt 05Mehr oder weniger komfortabel erscheinen dabei die 7 Punkte Vorsprung auf Nürnberg II und die jeweils 9 Punkte auf Ingolstadt II (bei einem FCI-Spiel weniger) sowie auf Bayern München II. Im Gegensatz dazu stehen die meist doch eher biederen Vorstellungen des Tabellenführers auf dem Platz, speziell in der Fremde. So setzte es in Burghausen eine 0:2-Niederlage, während es auch in Rosenheim nur zu einem 1:1 reichte. Betrachtet man die komplette Hinrunde, so konnten die Löwen von 10 Auswärtsspielen lediglich 5 für sich entscheiden. Ob das am Ende für die Dritte Liga reicht bleibt abzuwarten. Wirkliche Konkurrenz scheint es zumindest in der heimischen Liga nicht zu geben, da dürfte das Konfliktpotenzial im eigenen Verein – oder im Zusammenspiel mit dem ungeliebten jordanischen Investor – schon deutlich höher verortet sein. Damokles-Stichwort: Lizenz. Und falls dann doch noch einigermaßen Ruhe auf Giesings Höhen einkehrt, wartet da ja noch Saarbrücken, Cottbus, Uerdingen/Köln oder der HSV II. Und der kann sich schließlich bei seiner Bundesligatruppe Tipps zur Relegation abholen.

FC Schweinfurt 05Im Tabellenkeller hingegen ist die Sache – zumindest im Hinblick auf die rote Laterne – ziemlich klar: Mit nur 9 Punkten aus 22 Spielen liegt der Aufsteiger FC Unterföhring abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und dürfte mit nun 12 Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz lediglich noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt haben. Achja: Einen derer 9 Punkte konnte sich der FCU zuhause beim 1:1 gegen unsere Schnüdel sichern. Ansonsten sind im Kampf um den Ligaverbleib neben Memmingen, Seligenporten, Fürth II auch die Oberfranken aus Bayreuth mittendrin. Schon Wahnsinn, wie schnell das gehen kann: Mit 6 Siegen aus den ersten 9 Partien, darunter auch das 3:1 gegen unseren FC, startete die Spielvereinigung unerwartet stark in die Saison, um danach nur noch 4 (!) Punkte aus den nächsten 12 Partien zu sammeln. Einen Platz vor den Wagnerstädtern liegt mit dem FC Pipinsried der nächste Aufsteiger, der sich mit 7 Punkten Abstand bereits ein recht komfortables Polster auf die Relegationsränge erspielt hat.

Nun aber zu unseren Schnüdeln: Nach teils vollmundigen Aussagen der Vereinsoffiziellen im Vorfeld der Saison, mit Schlagworten wie Meisterschaft und Aufstieg, startete unsere Mannschaft mit vier Siegen in Serie in die aktuelle Runde. Zwei Erfolge im heimischen Willy-Sachs-Stadion, gegen Aufsteiger VfB Eichstätt und Augsburg II, sowie die beiden Auswärtssiege in Nürnberg und beim FC Pipinsried, sorgten für ein hochzufriedenes Umfeld und einen gelungenen Auftakt. Nun sollte es jedoch bis zum 23. Spieltag dauern, bis unsere Kugellagerstädter wieder dreifach auf fremden Platz punkten konnten. Und dazwischen? Viel Leerlauf, wenige sportliche (Liga-)Höhepunkte und unnötige Niederlagen. So kassierte man im August im Anschluss an die vier Siege in Serie die beiden verdienten Auswärtsniederlagen bei den Amateuren der Münchner Bayern (1:2) sowie im Hans-Walter-Wild Stadion zu Bayreuth (1:3). Nach drei Heimsiegen und zwei Auswärtsunentschieden war es dann aus Fansicht endlich soweit: Das lange herbeigesehnte Duell gegen die Münchner Löwen im Stadion an der Grünwalder Straße wurde angepfiffen. Vor geschätzten 500 Schnüdelanhängern, die per Bus und Bahn anreisten, ging die Partie unglücklich mit 1:3 verloren. Unglücklich deshalb, weil individuelle Fehler vor den Gegentoren selbst dafür sorgten, das ein mindestens gleichwertiger FC05 die Heimreise ohne Punkte im Gepäck antreten durfte.

Die Nachwirkungen dieser Niederlage waren in der Folge deutlich zu spüren, so kam man nach zwei 1:1-Unentschieden – zuhause gegen Illertissen und auswärts in Seligenporten – daheim gegen Ingolstadt II krachend mit 0:3 unter die Räder. Die Ungeschlagen-Serie im heimischen Willy-Sachs-Stadion war somit auch dahin, bevor die Festung in den nächsten drei Spielen bei 8:0-Toren (3:0 Garching, 2:0 Fürth II, 3:0 Nürnberg II) wieder Stein für Stein und Tor für Tor errichtet wurde. Dann der nächste herbe Rückschlag: Während die Münchner Löwen bei Wacker Burghausen mit 0:2 verlieren, geht unsere Mannschaft nach unterirdischer Leistung mit 0:3 bei Aufsteiger Eichstätt unter. Es geht einfach nichts mehr auf fremden Plätzen. Und daheim? Tja, da ist in der Woche darauf der FC Pipinsried zu Gast und gewinnt mal eben so im Vorbeigehen mit 2:1 im Willy-Sachs-Stadion. Spätestens nach diesen beiden Partien sollte klar sein, dass die Ambitionen nach oben frühestens 2019 in die Realität umzusetzen sind, 1860 hin oder her. Zu groß sind die Wellen in der Formkurve, zu deutlich die Unterschiede zwischen Auswärts- und Heimauftritten und zu stark auch die Abhängigkeiten von Ausnahmespielern wie Adam Jabiri.

Adam Jabiri - FC05Apropos Adam Jabiri: Mit 12 Treffern ist unser Oldie der erfolgreichste 05er-Torschütze vor Mittelfeldakteur Steffen Krautschneider mit 9 Toren. Weitere Offensivpower bringt im Mittelfeld auf der Halbposition vor allem Marius Willsch mit 5 Treffern und 6 Vorlagen ins Spiel. Neben einem Kevin Fery, der in dieser Saison nochmal einen kräftigen Schritt nach vorne gemacht hat, darf man sich in den nächsten Spielen besonders auf Rückkehrer Nicolas Görtler freuen, der als Abschlussstürmer Adam Jabiri entlassten könnte. Auch Mittelfeldspieler Lukas Kling sollte nach langer Verletzungspause langsam aber sicher wieder in die Mannschaft finden und für mehr Spielkontrolle im Zentrum sorgen.

Willy-Sachs-Stadion SchweinfurtAm Ende noch kurz zum Zuschauerzuspruch: 1.163 Fans kamen bisher im Schnitt zu den Heimspielen unserer Elf im Willy-Sachs-Stadion, Euphorie sieht gewiss anders aus. Waren es zu Beginn der Saison noch 2.000 Zuschauer im ersten Heimspiel gegen Eichstätt, geht die Tendenz leider gänzlich in die andere Richtung. Seit Ende September kein einziges Ligaspiel mehr vor einer vierstelligen Kulisse und in den letzten beiden Partien vor heimischem Publikum gar die trostlosen Minus-Kulissen von 651 (Nürnberg II) und 671 (Pipinsried) Zuschauern. Im Ligavergleich liegt man so auf Rang 4, hinter Primus 1860 München, Augsburg 2 und Wacker Burghausen. Die Fuggerstädter dürfen hier jedoch getrost aus der Statistik herausgerechnet werden, da meist kaum mehr als 300 Zuschauer in die Rosenau kommen und der Schnitt so durch die 21.000 Zuschauer aus dem Spiel gegen die Löwen absolut verfälscht wird. Zudem wird die Heimpartie gegen eben genannte 60er auch den Schnitt unserer Heimspiele noch etwas nach oben korrigieren, wie bei Burghausen bereits geschehen. Trotzdem: Mit einem Schnitt von 1.163 Zuschauern liegt man in etwa gleichauf mit bekannten Fussballgrößen wie dem TSV Steinbach, SV Rödinghausen oder dem Ligarivalen SV Schalding-Heining. Wollten wir da wirklich hin?!


2 Gedanken zu “Über die vergangene Hinrunde in der Regionalliga Bayern: Das Ding ist durch, oder?

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