Augsburger zerstören Toiletten im Gästeblock

Dass mit „1907“ wohl keine IQ-Punkte gemeint sind, machten einige der „Gäste“ aus Augsburg beim letzten Heimspiel der Schnüdel deutlich: Aufgrund der Fanfreundschaft zwischen Augsburgern und den Kickers aus Würzburg, waren die Fuggerstädter für Regionalligaverhältnisse recht zahlreich zum Auswärtsspiel ihrer U23 angereist. Das Liedgut im Gästeblock gestaltete sich der Abneigung entsprechend einfältig und beschränkte sich größtenteils auf wenig gehaltvolle Beschimpfungen. Hier muss man jedoch auch so ehrlich zu sich selbst sein und eingestehen, dass dies von weiten Teilen der Gegengerade an diesem Tag ebenfalls nicht sonderlich anders gehandhabt wurde. Geschenkt. Das ist heutzutage im Fussball scheinbar so und gehört wohl dazu. Kann man mögen, muss man aber sicherlich nicht.

Was jedoch wirklich Anlass zur Sorge um die Hirnbeschaffenheit einiger Augsburger geben sollte, sind die Bilder aus den Toiletten im Gästeblock, die seit dem Wochenende im Netz kursieren: Dumpfe und dumme Zerstörungswut von „Fans“, die vermutlich Probleme haben, von der Wand bis zur Tapete zu denken. Anders lässt es sich einfach nicht erklären, warum völlig sinnfrei und abseits jeglicher Vernunft fremdes bzw. öffentliches Eigentum zerstört wird. Und damit ist an dieser Stelle nicht das Kleben von Aufklebern gemeint, über deren Geschmack sich sicherlich streiten lässt.

(Bildquelle: Platzwart)

Glücklicherweise konnten am Spieltag – noch im Stadion – die Personalien der Täter aufgenommen werden, bei denen nun wohl wortwörtlich „die Kacke am Dampfen“ ist. Seitens des Vereins ist zu vernehmen, dass es sich dabei um vier Täter handelt, von denen sich zwei wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben. Und trotzdem muss am Ende die Frage gestellt werden, wem ein solch dämlicher Vandalismus eigentlich „nützt“? Hat man es den verhassten Schnüdelfans mal so richtig gezeigt? Klare Antwort: Nein! Denn die haben ihre eigenen Toiletten auf der Gegengerade und dürften so eher selten die Schüsseln im Gästeblock aufsuchen. Ganz im Gegensatz zu den zahlreichen Jugendmannschaften, die unter der Woche im städtischen Willy-Sachs-Stadion trainieren. Bravo, da kann man ruhig mal applaudieren…

Sich selbst als „Fussballfan“ hat man mit der Zerstörung jedoch mal wieder einen Bärendienst erwiesen, und man braucht sich nicht weiter zu wundern, wenn auswärts eben nur noch ekelhafte Dixi-Klos aufgestellt werden und zahlreiche Polizisten und Ordner im Block vonnöten sind, um solche Deppen im Zaum zu halten. Stinkende Dixi-Klos, so wie bei Euch, liebe Augsburger, im alten Rosenaustadion, in dem wir Schweinfurter einmal im Jahr vorstellig werden dürfen und wo Gastfreundlichkeit leider noch nie groß geschrieben wurde.

Wenn sich der Autor dieser Zeilen eine angemessene Strafe für die Vandalen aussuchen dürfte: Neben finanzieller Behebung der entstandenen Schäden, würden vermutlich zwei Wochen Reinigungsdienst auf Autobahntoiletten den womöglich begrenzten Horizont erweitern. Vielleicht erkennt man ja anschließend den Wert einer vorhandenen funktionierenden und sauberen Toilette und reflektiert sein eigenes Handeln diesbezüglich.

Am Ende bleibt zu sagen, dass es durchaus wünschenswert erscheint, wenn sich der FC Augsburg als Verein zu den beschämenden Vorfällen – von ausdrücklich wenigen Einzelnen (!) – äußern würde, ganz nach dem eigens auferlegten Vereinsmotto „Wir alle sind der FCA!“.