POKALSIEG 2018: SpVgg Bayreuth – FC Schweinfurt 05

So richtig begann der lang ersehnte Pokalfinal-Tag eigentlich erst mit einem kühlen Schluck Pfefferminzlikör im Bus. Die Stadtgrenze der Kugellagerstadt ließ man rasch hinter sich, vor der „Skyline“ unserer Arbeiterstadt glitzerte der Main und flüßterte uns so etwas wie „kommt mir ja nicht ohne Pokal nach Hause!“ zu. Doch der Reihe nach. Gegen 10 Uhr versammelten sich die ersten Ungeduldigen auf dem Stadionvorplatz. Noch gut eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt der vier Busse gen Wagnerstadt. Auch die Mannschaft trudelte nach und nach ein und so konnte man noch den ein oder anderen Plausch abhalten. Während sich die Flasche mit dem grünen Zahnputz-Substitut zusehends leerte, füllte sich der Platz vor der Geschäftsstelle. Kaum standen die vier Reisebusse bereit, kam das, was kommen musste: Ein sehr großer Teil der anwesenden Senioren machte das, was er wohl aus dem letzten All-In-Urlaub mit nach Hause gebracht hat. Erstmal flott rein in die Busse und Plätze belegen. Zwar ohne Handtücher und Sonnencreme, aber immerhin. Da unsere Reisegruppe den kleinsten der vier Busse zugeteilt bekommen hatte und dieses Mal per Namensliste Plätze im Bus reserviert waren, hieß das für die handgezählten 23 Senioren im Bus: ALLES WIEDER AUSSTEIGEN! Kleiner Tipp für das nächste Mal: Einfach mal fragen, bevor Ihr irgendwo einsteigt. Dann müsst Ihr Euch auch nicht sinnlos aufregen, wenn Ihr wieder aussteigen müsst. Klingt eigentlich ganz leicht, oder? Irgendwann kurz nach 11 Uhr konnte es dann aber doch losgehen, der Bus war voll. Und mit voll meine ich auch wirklich voll! Die Stimmung im Gefährt war von Beginn an super, der Biervorrat jedoch ziemlich rasch aufgebraucht. Sorry, mein Fehler! In Ebelsbach kassierte man noch schnell die restlichen vier Mitfahrer ein und weiter in Richtung Rastplatz. Die Verpflegung mit Kaffee und Kuchen funktionierte einwandfrei, man muss ja schließlich was Ordentliches im Magen haben. Auf dem Endspurt in Richtung Hans-Walter-Wild-Stadion erreichte uns ein Video der ca. 100 Zugfahrer aus Nürnberg, die wohl den dortigen Hauptbahnhof geentert hatten und so schon für mächtig Stimmung sorgten. Das Kribbeln im Bauch nahm zu…FCS!

Gegen 13:15 Uhr erreichte unser Bus die berüchtigte OMV-Tankstelle hinter dem Gästeblock und man traf dort auf diverse Privatfahrer und auf die anderen Businsassen. Nachdem das Tifo-Material in seriöse und absolut vertrauenswürdige Hände übergeben wurde (Danke an Herrn S. aus der Ringstraße!) musste noch schnell die Presseakkreditierung an der anderen Seite des Stadions abgeholt werden, um so die Kamera stressfrei mit ins Stadion zu bringen. Ein kurzes Pläuschchen mit einem mittlerweile befreundeten Fotografen aus Bayreuth (checkt mal MYTOBAY Sportphotography auf FB!) später, fand man sich auch schon im Gästeblock wieder. Sehr nette und entspannte Ordner, super. Der Block war bereits sehr gut gefüllt, da die Jungs und Mädels rund um die Green Boyz Schweinfurt eine Choreo vorzubereiten hatten. Passend zum Anpfiff ertönten lautstarke Schlachtrufe der geschätzt 900 Schnüdel, die von einigen Freunden des Würzburger Fusballvereins unterstützt wurden. Der Gästeblock wurde mittels grünen und weißen Folienschals in zwei farbliche Bereiche unterteilt. Dazu hing am Zaun vor dem Block ein großes Banner: „Mit Fahnen, Schals & Bier – Pokalsieger bleiben wir!“, Stichwort: Pokalverteidigung. Gänsehautatmosphäre!

Parallel dazu präsentierten auch die auf der an den Gästeblock angrenzenden Gegengerade stehenden Fans der Oldschdod ein optisches Intro per gemalter Schatzkiste und Spruchband „Einer der größten Schätze…der Pokal hat eigene Gesetze.“. Dieses war eingebettet in gelbe und schwarze Papierbahnen und wurde mit etwas gelbem Rauch untermalt. Auch wurden seitens der Gastgeber einige gelbe und schwarze Schwenker genutzt. Akustisch kam – zumindest im Gästeblock – über die 90 Minuten so gut wie gar nichts seitens der Oldschdod an. Unser Support und vor allem die Mitmachquote aus dem Gästeblock heraus war zu Beginn der Partie absolut zufriedenstellend und mehr als ordentlich. Besonders der von unserem Vorsänger – der an diesem Tag nebenbei einen verdammt guten Job gemacht hat – auf den Weg gebrachte Wechselgesang ist hier positiv hervorzuheben. Nicht falsch verstehen: Klar, gibt es Luft nach oben, doch man sollte dabei auch immer im Hinterkopf behalten, wo wir eigentlich herkommen: Der Support bei den Heimspielen in der vergangenen Saison – bis auf die Highlights gegen Sandhausen und Frankfurt und einige positive Ausnahmen wie Unterhaching und Bayern II – war leider absolut unterirdisch und schwach. Schade eigentlich, wenn man wie in Bayreuth sieht, was eigentlich bei uns möglich wäre. Das muss sich zur neuen Saison einfach ändern! Noch ein Hinweis dazu: Leute, benutzt bitte das vorhandene Tifo-Material! Nehmt die Doppelhalter! Schwenkt die Schwenker! Es gibt Leute, die sich die Zeit nehmen, die Sachen zu basteln, zu sprühen, zu malen und zu nähen. Umso größer ist dann die Freude, wenn man sieht, dass die Mühe nicht umsonst war und das Material auch genutzt wird. Wir wollen alle einen bunten, abwechslungsreichen und lebendigen Block, in dem verschiedenste Elemente dazu genutzt werden, um zu zeigen, wer wir sind: Der FC SCHWEINFURT 05!

Im weiteren Spielverlauf nahm die Mitmachquote immer weiter ab und teilweise machte sich nun auch der heftige Alkoholkonsum gepaart mit einer strahlend-heißen Sonne bemerkbar. Völlige Eskalation nur noch bei eigenen Treffern, dann aber richtig und heftig. Überall Bier – Bier – Bier. Von oben, irgendwie auch von unten und von den Seiten erst recht. Kleine Anekdote am Rande: Am nächsten Morgen stank die Kamera wie ein Brauereigaul, der ein bisschen zuviel Pfeffi intus hatte. O-Ton unseres Darmstädters: „Würde mich nicht wundern, wenn die ah des Kotzen anfängt.“. Zurück in den Block: Dieses kollektive Sich-in-den-Arme-liegen, einfach genial! Zur zweiten Halbzeit wurden zwei Blockfahnen hochgezogen und gelblicher Rauch, der wohl eigentlich eher grün sein sollte, waberte durch den Gästeblock. Aufgrund der tränenden Augen wurde hier blind fotografiert, was sich auf den entsprechenden Bildern auch durchaus bemerkbar macht. Bereits einige Zeit vor dem Abpfiff hallte mehrmals „Landespokalsieger!“ durch das weite Rund und als der erlösende Pfiff des Unparteiischen endlich ertönte, wurde einfach nur noch losgelöst gefeiert. Nach einer schier endlosen Prozedur seitens des BFV kam die Mannschaft mit dem Pokal nach gefühlt mehreren Stunden in Richtung Gästeblock gehüpft. (Anmerkung dazu: Wer braucht bitte hier in Franken irgendwelche „Dirndl-Girls“? Macht Euren Schmarrn doch bitte weiter in München, aber nicht bei uns! Danke!). Torschützenkönig Adam Jabiri wurde am Zaun offiziell zum „King Jabo“ gekrönt und Fanliebling David Paulus durfte im Anschluss natürlich wie gewohnt den Zaun erklimmen. BERLIN, BERLIN – WIR FAHREN NACH BERLIN!

Beseelt von einer grandiosen Feier im Block wurde gegen 17:30 Uhr die Heimreise angetreten. Da im Bus gefühlt doppelt soviele Leute standen und tranken als es Sitzplätze gab, musste hier noch einmal kurz zum Mikro gegriffen werden, bevor es endgültig zurück in Richtung Kugellagerstadt am Main ging. Die Stimmung kochte auf der Heimfahrt mehrmals über und die Fahrt hätte gut und gerne noch ein paar Stunden – ach, was: Tage! – andauern können. So wurde unserem Fussballgott Joe Bechmann per Telefon noch ein Ständchen überbracht, bevor die Fahrt am Stadionvorplatz ihr Ende fand. Nach einer gemeinsamen Aufräumaktion (Danke dafür!) konnten unser Busfahrer und seine beiden Jungs, denen es sichtlich Spaß mit uns gemacht hat – ihren verdienten Feierabend antreten, ehe man die Mannschaft bei grün-weißem Rauch und ein paar Fackeln in Empfang nahm. Ein unsererseits bekannter Musiker aus Würzburg bespielte dazu seine „Quetsche“ und die Stimmung steigerte sich nochmals. Nachdem Vorstand Markus Wolf im Zelt eine Rede hielt und sich dabei bei allen Schnüdeln bedankte, die seit teilweise mehr als 40 Jahren diesem verrückten Verein die Treue halten, bekam der scheidende Marco Janz das Mikrofon und erklärte, dass es ihm eine Ehre gewesen sei, dieses grüne Trikot so lange tragen zu dürfen. Danke Dir für Deinen Einsatz, Marco! Über die nun folgenden Stunden wird an dieser Stelle aus Jugendschutzgründen der Mantel des Schweigens gehüllt. Ein grandioser Tag endete für den Autor dieser Zeilen gegen 03:30 Uhr bei Schnitzel mit Kartoffelsalat in einer wohl bekannten Kneipe in Innenstadtnähe. Auch Dir ein herzliches Dankeschön, Uschi! Andere Schnüdel-Anhänger durften – so munkelt man – früh am nächsten Tag im Stadion ihre Rucksäcke abholen, um mit den dort hinterlegten Wohnungsschlüsseln endlich ins traute Heim zurückkehren zu können. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Sandhausen oder Heidenheim? Egal, die zweite Runde ist schließlich längst gebucht…

  • Datum: 21.05.2018 – Anpfiff: 14:30 Uhr
  • Spielstätte: Hans-Walter-Wild-Stadion, Bayreuth
  • Spiel: Finale des Bayerischen Totopokals 2017/2018
  • Ergebnis: 1:3
  • Tore: 0:1 Fery (8.) – 1:1 Knezevic (18.) – 1:2 Pieper (40.) – 1:3 Jabiri (73.)
  • Zuschauer: 3.248 (davon ca. 900 Schnüdel)
  • Entfernung von Schweinfurt: 116 Kilometer

FC Schweinfurt 05: Eiban – Messingschlager, Strohmaier, Wolf, Paul – Willsch, Kracun, Fery, Fritscher (81. Weiß) – Pieper (50. Kling), Jabiri (C) (88. Janz)

SpVgg Bayreuth: Hempfling – Weber, Held, Kolbeck, Dengler – Schmitt (81. Ulbricht), Wolf, Weimar (74. Coleman), Böhnlein (C) – Hobsch (59. Makarenko), Knezevic

(Fotos: Tobias Mühlsteff – MYTOBAY Sportphotography)

Ein Bericht der Bambule Crew Schweinfurt:

Am 21.05 war es nun soweit der große Tag Stand an! Operation Doppel-Landespokalsieger!

Schon im vornherein hatte ein Teil der aktiven Szene zur gemeinsamen Zugfahrt nach Bayreuth aufgerufen und fand sich dann gemeinsam mit Freunden aus Würzburg um 08:20Uhr am Schweinfurter Hauptbahnhof ein. Mit gut 100 gut gelaunten FClern stieg man in den Zug, der ohne Vorfälle um 11:20Uhr den Bahnhof in Bayreuth erreichte. Während der Zugfahrt erreichten uns immer wieder Nachrichten aus den gut besetzten FC-Bussen, die ebenfalls nach und nach in Richtung Bayreuth aufbrachen. Erstaunlich an diesem Tag war die fast schon freundliche Zurückhaltung der Ordnungshüter sowie der Einsatzkräfte des bayer. USK. Die Straßen von Hauptbahnhof bis zum Gästesektor wurden abgeriegelt, wodurch ein geschlossener Fußmarsch der Zugfahrer zum Stadion ermöglicht wurde. Selbst als man sich vor dem Stadion dazu entschied auf die ersten Busse an der Tankstelle gegenüber des Gästeblocks zu warten gab es keinerlei Beanstandungen von Seiten der Staatsmacht! Sogar den Stadionverbotlern wurde ermöglicht von einer erhöhten Position außerhalb des Stadions das Spiel zu verfolgen. (Warum nicht immer so?) Nach mehreren kühlen Getränken wartete man auf die Stadionöffnung und betrat zusammen das Feld der Ehre um das Material und die durch die Ultras der Gruppe Green Boyz geplante Choreo vorzubereiten. Bei einem waren sich an diesem Tag alle einig: Der Pokal fährt wieder zurück in die Kuggellagerstadt! Nach einer gefühlt ewigen Ansprache und viel Blabla durch den Stadionsprecher ging es dann endlich los. Die Oldschdod zündete zu Beginn des Spiels ein wenig gelben und schwarzen Rauch und auf unserer Seite kam eine schöne Choreo zum Vorschein!

Mit Fahnen, Schals und Bier! – Pokalsieger Bleiben Wir!

Der Support von den Rängen an diesem heißen Nachmittag in Bayreuth war super, wäre da nicht doch immer ein Grund zur Aufregung im Nachhinein! (Das Material an Doppelhalter und Fahnen wird ungenutzt einfach in den Dreck geworfen und darauf herumgetrampelt! BITTE gebt was ihr nicht nutzt an andere weiter oder wieder nach unten, auch diese Sachen kosten Geld!) Im Verlauf des Spiels gab es noch einmal einen kleinen Tumult am Eingang als sich zwei, drei Handvoll Fürther zu erkennen gaben, was die Ordnungshüter aber schnell unterbunden. Auch auf Schweinfurter Seite ließ man es sich nicht nehmen seinen Block in grüne Farbe zu hüllen. Nach dem Abpfiff erfolgte das übliche Tamtam und die Pokalübergabe und eine kleine Feier mit der Mannschaft. Starker Support, Starke Leistung auf dem Platz und ein Unvergesslicher Tag! Die Abreise erfolgte dann ohne nennenswerte Vorkommnisse wieder per Bus, Auto und Zug. In Schweinfurt pilgerten noch einige Zugfahrer zum Stadion um persönlich zu gratulieren und mit der Mannschaft zu feiern. Für wiederum einige andere endete der Tag bei einem Schnitzel mit Kartoffelsalat in einer Fankneipe in Schweinfurt gegen 03:30Uhr.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge stehen wir nun vor der Sommerpause in der wir wohl durch Stadionverbote und den Weltmafiapokal zur Ruhe kommen müssen. Danke an Alle die zu diesem Großen Fest beigetragen haben, ob auf oder neben dem Platz!

K. (Bambule Crew Schweinfurt)

#StadionVerbotlerNieAlleine
#SWundderWFV
#Landespokalsieger