Auswärtsspiel! FC Augsburg II – FC Schweinfurt 05

Nicht kurz vor 12, sondern kurz vor 19 Uhr, erreichten wir mit dem PKW das Augsburger Rosenaustadion. Die ermäßigte Gästeblockkarte für 5 Euro sorgte für ein Lächeln im Geldbeutel, das Brötchen mit Schweinebraten hingegen eher für Glücksgefühle in der Magengegend. Noch am Bierstand berichtete die Kickerapp per Push-Nachricht, dass die Partie angepfiffen wurde. Ca. 5 Sekunden später ertönte passend dazu auch der Pfiff des Schiedsrichters. Das Rosenaustadion, mit der gefühlt weitläufigsten Tartanbahn der Welt, erinnerte beim Betreten stark an das Münchener Olympiastadion. Der Gästeblock, direkt unter der leicht maroden Anzeigetafel gelegen, war mit ca. 60 Schnüdeln gefüllt, die die knapp 300 Kilometer nach Schwaben auf sich nahmen. Auf der Sitzplatztribüne waren vereinzelt Augsburger Zuschauer auszumachen, die jedoch vermutlich alleine von den anwesenden USK-Beamten zahlenmäßig übertroffen wurden.

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FC Augsburg - FC Schweinfurt

Augsburg - FC Schweinfurt

Der Support war, wie häufig auf Auswärtsfahrten, über die vollen 90 Minuten lautstark und im Gegensatz zur Liga erstklassig. Dem aktuellen Zeitgeist geschuldet wurden diverse Gesänge für den befreundeten blau-weißen Würzburger Fussball Verein angestimmt: „Würzburg ist blau – nur der WFV!“. Das gesangliche Highlight des Abends in Richtung Domstadt: „Kickers und der Post-SV, Kickers und der Post-SV, Kickers und der Post-SV (*vom Autor zensiert*). Zurück zum Geschehen auf dem Rasen: Der derzeitige Kontrast zwischen unserem FC 05 und dem FC Augsburg wird am Beispiel von Shawn Parker wohl am deutlichsten. Vor knapp zwei Wochen noch in der 90. Minute vor 45.000 Zuschauern an der Anfield Road eingewechselt, durfte er heute von Beginn an in der vierten Liga vor 300 Zuschauern gegen die Schnüdel auflaufen. Hat sicher was! Grund zum Jubeln hatte Parker dann leider schon nach nur sechs gespielten Minuten: Nach einer Flanke von der linken Seite konnte er freistehend zum frühen 1:0 der Gastgeber einköpfen. Offensiv kam in der Anfangsphase wenig bis nichts von der Schweinfurter Mannschaft, die mit der Abwehrarbeit genug zu tun hatte. Es dauerte jedoch bis zur 23. Minute als Parker die große Chance zum 2:0 vergab. Bis zur Pause gab es kaum noch nennenswerte Aktionen, da auf Schweinfurter Seite ausschließlich mit Standards in Richtung Augsburger Tor gearbeitet wurde.

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Mit einem Doppelwechsel, der das Offensivspiel beleben sollte, ging es auf Schweinfurter Seite in die zweite Hälfte. So dauerte es keine drei Minuten, bis Tom Jäckel nach einer Flanke von links den so wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1 markieren konnte. Der Gästeblock tobte und die morsche Anzeigetafel schien nun plötzlich noch renovierungsbedürftiger und instabiler zu sein als sowieso schon. Schweinfurt nun deutlich aktiver im Spiel und Augsburg jetzt mehr und mehr in der Defensive gefordert. Die letzte gefährliche Aktion gehörte jedoch den Hausherren, als der Schiedsrichter kurz vor der Strafraumgrenze ein vermeintliches Foul von Andi Bauer gesehen haben wollte: Freistoß FCA, sicher gehalten von Julian Schneider im Kasten des FC 05. Schlußpfiff. Wie auch im Hinspiel 1:1 und ausnahmsweise mal keine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten. Seit nun sechs Spielen ungeschlagen – bei zwei Siegen und vier Unentschieden. Es geht noch was beim FCS! Bei uns ging es nun wieder in Richtung unterfränkische Heimat, nachdem man vom mitgereisten SKB der Schweinfurter Polizei sicher zum Auto geleitet wurde. Man weiß schließlich nie.

  • Datum: 04.03.2016 – Anpfiff: 19:00 Uhr
  • Spielstätte: Rosenaustadion, Augsburg
  • Spiel: 23. Spieltag der Regionalliga Bayern (4. Liga)
  • Ergebnis: 1:1
  • Tore: 1:0 Parker (7.) –  1:1 Jäckel (48.)
  • Zuschauer: 300
  • Entfernung von Schweinfurt: 281 Kilometer

Positiv zu erwähnen sind an dieser Stelle noch die gutgelaunten und gesprächsfreudigen Augsburger Ordner, was auf Ausfährtsfahrten ja leider nicht immer der Fall ist. So konnte man nach dem Schlußpfiff beim Plaudern erfahren, dass vor ein paar Wochen knapp 50 Liverpool-Fans ohne Eintrittskarte zum Europapokalhinspiel nach Augsburg reisten, um dann mit nahezu perfekt gefälschten 50-Euro-Banknoten rund 300 Euro für eine Karte auf den Tisch bzw. Tresen zu legen (was in der Premier League ja quasi – fast – dem regulären Preis entspricht). Die spinnen, die Engländer!

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FC Augsburg - FC Schweinfurt 05

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