Auswärtsspiel! Bayern Hof – FC Schweinfurt 05

Auswärts sind wir stärker als in der Fremde“ – Carsten Fuss. Und weil dem eben so ist, fanden sich gestern ganz starke neun (!) Schnüdel im Gästeblock der Grünen Au ein. Viel ist anders. Und trotzdem machte der Abend im Block irgendwie verdammt viel Spaß. Ein an manchen Stellen tatsächlich blauer (!) Himmel, das hatte es in Hof zuletzt am 22. Mai 1968 gegen Rot-Weiss Essen gegeben. Nette und redefreudige Ordner, ein improvisierter Bierausschank, an dem so mancher Schnüdel sein Bier selbst öffnen durfte, VIP-Stehplätze im Ausschank inklusive und herrliches, gehaltvolles Gepöbel. So ganz nebenbei boten die Akteure auf dem Rasen Slapstick-Einlagen vom Allerfeinsten, was am Ende zu deutlich mehr als den sieben gefallenen Treffern hätte führen können, ja sogar hätte führen müssen. Pech für die ca. 30 Beamten der BePo-Nürnberg, die kurz nach Anpfiff Feierabend hatten und so beim ersten Hofer Treffer vermutlich schon auf der A9 in Richtung Heimat fuhren. Über die sportliche Leistung unserer grün-weißen Akteure in der ersten Hälfte sei an dieser Stelle der Mantel der Schande des Schweigens gehüllt, gute Laune und so. Hof agierte über weite Strecken definitiv nicht wie ein abgeschlagener Tabellenletzter und setzte unsere Mannschaft mit schnellem Umschalten so häufig gehörig unter Druck.

Die knapp zweistellige Anzahl an aktiven Hausherren am Wellenbrecher unterhalb der Tribüne schwenkte ausdauernd zwei Fahnen und versuchte sich am Support, was teilweise für die überschaubare Personenzahl ganz gut ankam. Beflaggt wurde neben einer Sektion-Stadionverbot-Zaunfahne auch mit den bekannten Britannia- und Die Wilde 13-Fahnen. Besser als nichts. Auf der gegenüberliegenden kleinen Tribüne waren die Mecker-Rentner zuhause, die natürlich in keinem anständigen Stadion fehlen dürfen. So mancher 05er auf dem Rasen durfte sich vermutlich so einiges anhören, manches Mal nicht ganz zu Unrecht. Der Support aus dem Gästeblock beschränkte sich gestern aus Gründen auf ein paar wenige „Schweinfurt“- und „FCS“-Rufe. Interessanter waren da schon die Interaktionen mit dem Hofer Publikum, hier nur soviel: Es hat Spaß gemacht! („Was seid Ihr?!“) Gegen Ende der Partie wurden besonders Adam Jabiri und Marino Müller („Tja, des hat er eben in Berch gelernt!„) für Ihre in der zweiten Hälfte mehr als engagierte Leistung gefeiert. Kritik an dieser Stelle: Da mit dem 4:3 auch rechnerisch der Klassenerhalt unter Dach und Fach war, hätte sich unsere Halbprofi-Truppe durchaus noch die 20 zusätzlichen Meter in Richtung Gästeblock bewegen können, da bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone. Außer Doppelpacker Marino Müller und Goalie David Paulus („Paulus auf den Zaun!“) erschien niemand am Zaun. Ganz schwache Nummer! Setzen, sechs! Danke für Nichts!

Wie man aus Hofer Kreisen erfahren durfte, spekuliert ganz Oberfranken – Bayreuth ausgenommen – derzeit auf einen eventuellen Rückzug des VfR Garching und einen Zwangsabstieg der Junglöwen aus München, falls sich deren erste Mannschaft nicht wider Erwarten in der Relegation durchmogeln wird. So könnten die Hofer tatsächlich noch auf einen der Relegationsplätze rutschen, was den Verbleib in der Regionalliga zumindest theoretisch wieder greifbar machen würde. Und seien wir – trotz aller vorhandener Rivalität – einmal ehrlich: Die Grüne Au hat auch eigentlich nichts in der Bayernliga zu suchen. Ein Stadion, das seinen Namen noch verdient und im Gegensatz zu den üblichen Sportplätzen und sogenannten „Arenen“ in der Regionalliga Bauern Charakter und eine eigene, lebendige Geschichte besitzt. Hier ist Fussball eben einfach noch Fussball und man kann sich durchaus vorstellen, was hier früher vor 10.000 bis 15.000 Zuschauern stimmungstechnisch los war [Anm. des Autors: Für die letzten Zeilen ist tatsächlich kein (!) Geld aus Oberfranken geflossen]. Ob man den Hofern den Klassenerhalt nun gönnen möchte oder nicht, sei an dieser Stelle jedem selbst überlassen, nur soviel: Ich fahre 1905-mal lieber hierher, als nach Illertissen, Buchbach, Rain, Seligenporten oder wie sie sonst so alle heißen, hier in der „Champions League der Amateure“. In diesem Sinne: Servus Grüne Au und bis nächste Saison. Dann kommen wir nämlich mit unserer zweiten Mannschaft 😉

Nachtrag zum Sport1-Live-Spiel am Montag zwischen Burghausen und Unterhaching: Jedes Mal, wenn Jörg Dahlmann Herrn Rainer Koch als „Robin Hood des Amateurfussballs“ betitelt, verschwindet irgendwo ein Traditionsklub wegen finanziellen Problemen von der Fussball-Landkarte. Und übrigens: MEISTER MÜSSEN AUFSTEIGEN! Mehr dazu hier im lesenswerten offenen Brief von RWE-Präsident Welling.

  • Datum: 02.05.2017 – Anpfiff: 18:30 Uhr
  • Spielstätte: Grüne Au, Hof
  • Spiel: 31. Spieltag der Regionalliga Bayern (4. Liga)
  • Ergebnis: 3:4
  • Tore: 1:0 Thomas Stock (5.) – 1:1 Adam Jabiri (22.) – 2:1 Thomas Stock (33.) – 2:2 Marino Müller (68.) – 3:2 Andreas Knoll (74.) – 3:3 Marino Müller (78.) – 3:4 Adam Jabiri (83.)
  • Zuschauer: 390 (handgezählte 9 Auswärts-Schnüdel im Gästeblock plus 4 auf der Tribüne)
  • Entfernung von Schweinfurt/Leipzig: 156 Kilometer

FC Schweinfurt 05: Paulus – Messingschlager, Billick, Bauer (70. Illig) – Haller, Golla (82. Löschner), Fery, Kracun, Willsch – Jabiri, Müller

Bayern Hof: Krbecek – Odenbach, Biermeier, Dartsch (86. Greim), Fleischer – Rupprecht, Schraps – Knoll, Stößner (74. Caliskan), Stock – Root

FC05-Trainer Gerd Klaus nach der Partie: „In der ersten Halbzeit war es ein schlechtes Spiel von uns, und da kamen wir glücklich zum Ausgleich. Es war kein schöner, aber letztlich ein verdienter Sieg. Schade, dass die SpVgg Bayern Hof absteigen muss.

Weitere Informationen und Bilder unter www.in-und-um-sw.de!


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