Heimspiel! FC Schweinfurt 05 – FC Augsburg II

Alles hat gestimmt: Das Wetter war gut, die Stimmung war gut, der Platz war gut – nur wir waren schlecht.“ Mit dieser seiner Aussage beschreibt Dariusz Wosz das Spiel unserer Schnüdel gegen die Reserve der Fuggerstädter am vergangenen Samstag ganz gut. Wobei die Stimmung zwar besser war als in den letzten Heimspielen, von der Bezeichnung „gut“ jedoch ungefähr soweit entfernt war wie Donald Trump von einer ordentlichen Frisur. Bei wunderschönem Herbstwetter tritt unser FC in den Anfangsminuten dabei durchaus dominant auf und erspielt sich in der siebten Minute eine gute Freistoßposition: Standard-Spezialist Christopher Kracun zirkelt die Kugel aus halbrechter Position direkt zum frühen 1:0 ins Eck. Nach 22 gespielten Minuten folgt das, was unseren Grün-Weißen in dieser Halbserie schon zu oft passiert ist: Der Gegner kommt mit seiner ersten Chance, die dazu eigentlich gar keine richtige Chance ist, zum Ausgleich aus dem Nichts. Nach umstrittenen Freistoß-Pfiff bringt Della Schiava den Ball hoch in die Mitte, wo ihn FCA-Stürmer Greisel mit dem Hinterkopf im Schweinfurter Tor unterbringt. 1:1 und keiner weiß eigentlich warum! Knappe zehn Minuten vor der Pause gibt es nach einem Augsburger Handspiel im Strafraum den fälligen Elfmeter für unseren FC05: Steffen Krautschneider tritt an, knallt das Spielgerät an den Pfosten, um im direkten Nachschuss doch noch einzunetzen, was laut Regelwerk aber verboten ist. So geht es also mit einem Remis in die Halbzeit. Im zweiten Durchgang kreieren unsere Kugellagerstädter zwar ordentliche Torchancen, der Abschluss landet jedoch meist in den Händen des gut aufgelegten Augsburger Torhüters mit dem passenden Namen Kastenmeier. In vorderster Front vergibt Stürmer Adam Jabiri (42. Minute & 57. Minute) fast kläglich zwei riesige Chancen, während auch die beiden Joker Marco Janz und Pedro Güthermann am Tor vorbeizielen.

FC05-Coach Gerd Klaus: „Es war eine gute Partie von uns, da wir nichts von den Augsburgern zugelassen haben. Wir haben dann noch einige Chancen, die wir machen müssen. Augsburg zähle ich zu den Top-drei-Mannschaften, und dafür war das Spiel gut.

Trainer des FCA II Christian Wörns: „Die Voraussetzungen waren für uns alles andere als günstig, ohne gelernten Mittelstürmer. Efkan Bekiroglu und Marco Richter mussten pausieren, Julian Günther-Schmidt wurde zu den Profis hochgezogen. Dafür haben wir eine erstaunlich gute erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein wenig die Kontrolle verloren. Aber nach der Konstellation in dieser Woche, bin ich mit dem Punkt zufrieden.

Am Ende steht ein 1:1, welches uns leider in keinster Weise wirklich voranbringt, da die Konkurrenten im Tabellenkeller um Buchbach und Ingolstadt II in ihren Partien Siege einfahren konnten. Die aktuell noch drei Punkte Abstand auf einen Relegationsplatz sprechen eine eindeutige Sprache, auch wenn man in einigen Partien die bessere Mannschaft war und den Platz trotzdem als Verlierer verlassen musste: Abstiegskampf ist angesagt, auch wenn unser Trainer dies anscheinend nicht wahrhaben möchte. Von einem goldenen Herbst ist die Mannschaft aktuell – zumindest punkte- und tabellentechnisch – meilenweit enfernt. Ebenso von den eigenen Ansprüchen seitens unseren Vereinsfunktionäre und von großen Teilen des Umfeldes.

Zur mangelnden Stimmung im Willy-Sachs-Stadion wurde an anderer Stelle schon genug gesagt bzw. genug geschrieben, daher hier nur soviel: Wenn sich ein Trainer Gerd Klaus nach dem 1:1 gegen Augsburg, zustande gekommen durch teilweise fahrlässigst vergebene Großchancen seiner (!) Spieler, ernsthaft hinstellt und die fehlende Stimmung für den Punktverlust verantwortlich macht („Mit Unterstützung von den Rängen hätten wir heute wohl gewonnen“) und dann tatsächlich Buchbach (!) als Best Case ins Spiel bringt („Buchbach, wo in den letzten 20 Minuten die Hölle los ist im Stadion, gewinnt so etwas“), dann scheint – zumindest aus meiner Sicht – so einiges grundverkehrt zu laufen hinsichtlich der (Selbst-)Wahrnehmung unseres Trainers. Die Außendarstellung an der Außenlinie ist schon seit geraumer Zeit eine Katastrophe, so werden vor nahezu jeder Partie die Gegner grundsätzlich stark geredet und großzügig Alibis für die eigene Mannschaft verteilt. Wenn man den Aussagen des Trainers im Vorfeld unserer Partien folgt, muss man konstatieren, dass siebzehn Mannschaften aus der Liga zu den Top-Drei-Mannschaften zählen. Mindestens! Und die Stimmung in Buchbach wird schließlich nicht umsonst mit der an der Anfield Road (Liverpool) in einem Atemzug genannt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Herr Klaus nach einer verlorenen Partie einfach mal zugeben konnte, dass unsere Mannschaft heute einfach schlechter oder der Gegner einfach stärker war. Es gibt schließlich noch lange Anfahrten (was im Vorfeld eigentlich bekannt sein sollte), schlechte Platzverhältnisse, schwache Schiedsrichter, viele Verletzte, das „Nicht-Einspielen-Können“ weil viele Neuzugänge, mangelnde Fitness, oder eben die heutige „fehlende Geilheit“. Am Ende bleibt passenderweise festzuhalten: Mit einem Trainer Alex Ferguson an der Linie hätten wir heute wohl gewonnen.

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  • Datum: 29.10.2016 – Anpfiff: 14:00 Uhr
  • Spielstätte: Willy-Sachs-Stadion, Schweinfurt
  • Spiel: 17. Spieltag der Regionalliga Bayern (4. Liga)
  • Ergebnis: 1:1
  • Tore: 1:0 Kracun (7.) – 1:1 Greisel (22.)
  • Zuschauer: 888

FC Schweinfurt 05: Paulus – Janz, Bechmann, Billick, Paul – Kracun (81. Güthermann), Haller (89. Müller), Fery, Krautschneider – Jabiri, Görtler (81. Jelisic)

FC Augsburg II: Kastenmeier – Della Schiara, Reinhardt, Reinthaler, Scherzer – Ramser, Ekin (46. Kurt), Schuster, Okoroji (67. Thiel) – Vrenezi, Greisel (78. Nsimba)

Weitere Informationen und Bilder zum Spiel unter www.in-und-um-sw.de

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