Schweinfurt ins Stadion!

Langweilige Winterpause? Vorbei! Testspiele auf unbedeutenden Nebenplätzen? Passè! Die unglückliche 0:1-Hinspiel-Niederlage in Unterhaching? Vergessen! Morgen starten die Schnüdel (endlich) wieder, mit hoffentlich aufgeladenen Akkus, in die „Mission Klassenerhalt“. Die wie immer viel zu lange Winterpause kam Ende November zumindest ergebnistechnisch zu einem doch eher ungünstigen Zeitpunkt: Vier Spiele ungeschlagen und den damalige Tabellenführer Jahn Regensburg im Willy-Sachs-Stadion mit einer durchaus beeindruckenden Leistung mit 2:1 zurück in die Oberpfalz geschickt. Lief bei den Schnüdeln. Nach nun insgesamt sieben Testspielen stehen drei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen auf dem Vorbereitungspapier.

Unterhaching

Der morgige Gegner Unterhaching startet mit zwei Pleiten aus den beiden Testspielen gegen den FC Unterföhring und den SV Heimstetten im Gepäck, die knapp 300 Kilometer lange Busfahrt an den Main. Die Generalprobe gegen Austria Salzburg konnte zuletzt jedoch mit 3:2 erfolgreich gestaltet werden. In der Liga wartet der Gast aus dem Landkreis München seit drei Spielen auf einen Sieg: So setzte es in den beiden letzten Partien vor der Winterpause gegen Wacker Burghausen und Jahn Regensburg jeweils knappe Niederlagen. Als Absteiger aus der dritten Liga in die Saison gestartet, kann der derzeitige Tabellenvierte durchaus zu den ambitionierteren und namhafteren Vereinen der diesjährigen Regionalliga Bayern gezählt werden. Zu den bekanntesten Spielern im Kader der SpVgg zählen Maximilian Nicu und Jonas Hummels, der jüngere Bruder des Nationalverteidigers Mats Hummels. Ein aus finanzieller Sicht wohl sorgenfreieres Leben als unser FC 05 dürften die Hachinger, auch wegen ihres starken Auftritts im Pokal, führen: Als Sieger des bayerischen Toto-Pokals durfte Haching im Sommer 2015 an der ersten Runde des DFB-Pokals teilnehmen. Nach einem Sieg gegen den haushohen Favoriten und Bundesligaaufsteiger FC Ingolstadt, konnte in der zweiten Runde den Brausebullen aus Leipzig mit einem 3:0 im Sportpark die Flügel gestutzt werden. Im Spiel des Jahres war im Achtelfinale der Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen zu Gast in Oberbayern. Dort musste man sich schließlich nach einer 1:3-Niederlage aus dem DFB-Pokal verabschieden.

Kurz zur jüngeren Vereinshistorie: Die letzten sieben Jahre verbrachte die SpVgg Unterhaching durchaus erfolgreich in der dritten Liga. Zuvor war man von 1995/1996 bis 2006/2007 dauerhaft Mitglied der zweiten und für drei Jahre auch der ersten Bundesliga. Das letzte Saisonspiel 1999/2000 zwischen Aufsteiger Unterhaching und Bayer Leverkusen sollte damals in die Bundesligageschichte eingehen: Leverkusen ging mit 73 Punkten und einer Tordifferenz von + 40 in das Auswärtsspiel in Unterhaching, Bayern München hatte vor dem Finale gegen Werder Bremen 70 Punkte und eine Differenz von + 43, also drei Punkte weniger, jedoch eine bessere Torbilanz. Zum Meistertitel sollte Leverkusen ein Unentschieden reichen. Leverkusen geriet durch ein Eigentor von Michael Ballack nach 20 Minuten auf die Verliererstraße, während München eine 3:1-Halbzeitführung herausspielte. Nach 72 Minuten versetzte der Hachinger Markus Oberleitner mit dem 2:0 Leverkusen den letzten Stoß, während in München keine weiteren Tore fielen. Bayern München war somit am Saisonende punktgleich mit Leverkusen (73 Punkte), hatte aber eine um sieben Treffer bessere Tordifferenz und gewann seine 16. Meisterschaft. In der Saison 2001/2002 trafen Unterhaching und unser FC 05 aufeinander. Damals noch in der zweiten Bundesliga. Verdammt lang her und aktuell irgendwie auch sehr weit weg.

Nun aber genug der verstaubten Historie und weiter zum morgigen Spiel: Personell müssen die Hachinger auf einige Akteure verzichten. Neben den langzeitverletzten Akteuren Franz Rathmann (Kreuzbandriss), Andreas Markmüller (Meniskusverletzung), Jonas Hummels (Knieverletzung) und Vincent Friedrich (Muskelfaserriss) fallen auch Alexander Piller (Innenbandriss), Dominic Reisner (Schambeinentzündung) und Josef Welzmüller (Muskuläre Probleme) aus. Hinter dem Einsatz von Thomas Steinherr steht noch ein Fragezeichen, da er sich eine Viruserkrankung eingefangen. Eine endgültige Entscheidung über einen Einsatz wird erst am (heutigen) Freitag fallen. Trainer Claus Schromm rechnet mit einer spannenden Partie: „Wir wissen was uns in Schweinfurt erwartet und rechnen mit einem körperlich starken Gegner, der uns alles abverlangen wird“. Da aus Unterhaching ein Fanbus in Richtung Unterfranken startet, darf zumindest mit einigen Gästefans gerechnet werden. Zu den Personalien auf Schweinfurter Seite: Die Spieler sind, bis auf Philipp Kleinhenz der leider ausfallen wird, alle wieder dabei. Ein Fragezeichen steht jedoch vermutlich noch hinter Marco Janz. Trainer Gerd Klaus zur Partie: „Es wird sicher erneut ein Kampfspiel, der Boden ist weiterhin sehr tief. Wenn wir die Einstellung, die wir gegen Regensburg hatten, auch gegen Unterhaching an den Tag legen können, sehe ich aber durchaus Chancen am Samstag zu gewinnen“. In diesem Sinne: HEJA FCS und AB INS STADION!

Doch nochmal Historie: Damals, 2001 in der zweiten Liga, gewann Unterhaching das Hinspiel mit 1:0. Das Rückspiel im Willy-Sachs-Stadion entschieden unsere Schnüdel vor 4.100 Zuschauern mit 3:1 für sich. Torschützen seinerzeit: Das 0:1 für Unterhaching durch Andre Breitenreiter, dem heutigen Trainer von Schalke 04 und für die Kugellagerstädter Matthias Gerhardt (per Doppelpack) und Veselin Popovic. Ein Ergebnis, mit dem ein Großteil der Fans morgen Nachmittag wohl auch ganz gut leben könnte.

 

Weiterführende Informationen:

FC Schweinfurt 05

SpVgg Unterhaching


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