Nachdem die Partie noch am Freitagabend aufgrund heftiger Niederschläge auf der Kippe stand, kam am Samstagmorgen die entscheidende Meldung „Das Spiel findet statt“. So begann die Partie, nach einer Schweigeminute für die Opfer der sinnlosen Terroranschläge von Paris, dann ziemlich pünktlich mit einem frühen Gegentor für die Mannschaft aus der Kugellagerstadt. Die Schanzer hatten die Partie in der Anfangsphase vor allem spielerisch jederzeit unter Kontrolle und konnten so das schnelle 2:0 in der 16. Minute nachlegen. Nachdem er zuvor noch eine Großchance hatte liegen lassen, konnte Schweinfurts Sturmspitze Tom Jäckel nach einer knappen halben Stunde zum 1:2 verkürzen. Noch gute 15 Minuten bis zum Halbzeitpfiff, genug Zeit also für den Ausgleich noch vor der Pause? Wohl kaum. Denn im direkten Gegenzug stellten die Ingolstädter auf 1:3 aus Schweinfurter Sicht und mit dem Pausenpfiff folgte sogar noch das 1:4. Drei Tore Rückstand zur Halbzeit? Im eigenen Stadion? Eigentlich hätte man die Partie zu diesem Zeitpunkt abpfeiffen können.
Doch im Fussball ist eine Partie eben erst dann zu Ende, wenn mindestens eine der beiden Mannschaften im Bus nach Hause sitzt: So kamen die Schnüdel wie verwandelt aus der Kabine und verkürzten direkt mit dem Wiederanpfiff auf 2:4. Schweinfurt spielte nun leidenschaftlich auf und kam zu mehreren guten Möglichkeiten, von denen Tom Jäckel in der 72. Minuten eine zum 3:4 verwerten konnte. Mit der absoluten Unterstützung der nun lautstarken grün-weißen Anhänger verwandelte Steffen Krautschneider 12 Minuten vor Spielende einen Foulelfmeter zum mittlerweile hochverdienten 4:4-Ausgleich. Dass die Partie von Schweinfurter Seite aus nicht mehr gänzlich in Richtung Sieg gedreht werden konnte, lag in der Schlussphase eher an Ingolstadts Torhüter, als an den Schanzer Feldspielern, denen nun kaum noch etwas gelingen wollte. So stand am Ende ein 4:4-Unentschieden auf der Anzeigetafel des Willy-Sachs-Stadions. Nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten, Dr. Jekyll und Mr. Hyde lassen grüßen, eine insgesamt gerechte Punkteteilung. Schade war, dass die Heimmannschaft, wie auch schon in einigen Heimspielen zuvor, nach dem Spiel nicht den Kontakt zu den Fans auf der Gegengerade gesucht hat. Im Gegensatz zum in der Fanszene durchaus umstrittenen Trainer Gerd Klaus. Der nämlich lobte in der Pressekonferenz nach dem Spiel die tolle Unterstützung seitens der Schweinfurter Anhängerschaft in dieser denkwürdigen Partie. Weil es eben nur gemeinsam aus dem Tabellenkeller wieder nach oben geht, drückt anscheinend sogar der Trainer der kleinen Schanzer, Stefan Leitl, den Schnüdeln im Abstiegskampf die Daumen: „Ich wünsche Gerd Klaus und dem FCS alles Gute, denn ich komme sehr gerne nach Schweinfurt.“ Hoffentlich auch in der nächsten Saison.
- Datum: 21.11.15 – Anpfiff: 14.00 Uhr
- Spielstätte: Willy-Sachs-Stadion, Schweinfurt
- Spiel: 20. Spieltag der Regionalliga Bayern (4. Liga)
- Ergebnis: 4:4 (nach 1:4 zur Pause !!)
- Tore: 0:1 Ihenacho (2.) – 0:2 Schiller (16.) – 1:2 Jäckel (29.) – 1:3 Schiller (30.) – 1:4 Räuber (45. + 1) – 2:4 Kraus (46.) – 3:4 Jäckel (72.) – 4:4 Krautschneider (78.)
- Zuschauer: 759
Danke an Markus Ziegler und Daniel Engelbrecht für die Aufnahmen aus dem Stadion!













