Heimspiel! FC Schweinfurt 05 – Wacker Burghausen

Endlich wieder Willy-Sachs-Stadion! Endlich wieder das gleisende Licht der Flutlichtmasten, die hoch über dem Grün den Schweinfurter Himmel erhellen! Endlich wieder der Duft von Bier und Bratwurst, der über den Stadionvorplatz wabert! Endlich wieder Freunde und Bekannte treffen, um gemeinsam die Schnüdel nach vorne zu schreien! Alles war angerichtet für einen dieser wunderbaren Schweinfurter Flutlichtabende im schönsten Rund der Welt. Und dann kam doch alles ein wenig anders. Gegen Mittag machte die Nachricht die Runde, dass Gästetrainer Uwe Wolf just vor dem Spiel seiner Wackeraner in unserer Kugellagerstadt beurlaubt worden sei und die Salzachmannschaft über ein Nicht-Antreten in Schweinfurt nachdenke. Manch treuer Burghausen-Anhänger wünschte sich für seine Mannschaft im Wackerforum gar eine 0:10-Niederlage. Lange Rede, kurzer Sinn: Gegen 17.15 Uhr fuhr der Mannschaftsbus der Gäste auf den Vorplatz des Willy-Sachs-Stadions ein, es konnte gespielt werden.

Zum Einlaufen der beiden Mannschaften wurde auf der Gegengerade ein Zaunbanner mit dem Schriftzug „Wir bleiben unbequem“ präsentiert, welches Bezug auf die in den vergangenen Monaten öffentlich ausgetragene Diskussion um gerechtfertigte und/oder ungerechtfertigte Stadion- und Betretungsverbote nehmen sollte. Empfänger der Botschaft waren somit Verein, Polizei, die Stadt Schweinfurt und eventuell auch das ein oder andere Medium. Eingerahmt wurde die Aktion durch zahlreiche grün-weiße Schwenker und einen Doppelhalter direkt am Zaun, während eine Trommel für akustische Signale sorgen sollte. Auch der Gästeblock war (endlich wieder!) gut gefüllt, so hatten sich ca. 60 Wacker-Anhänger auf die doch langwierige Reise gen Unterfranken gemacht. Während die Gegengerade zu Beginn der Partie am Spielfeldrand in den Kurven gut zu vernehmen war, ebte der Support analog zum Dargebotenen auf dem Rasen im weiteren Spielverlauf immer weiter ab. Während Burghausen zumindest defensiv stabil stand und die meisten Schweinfurter Angriffsbemühungen schon im Mittelfeld erstickte, kam von unseren Spielern eigentlich gar nichts. Eine bisweilen harte Zweikampfführung okay, jedoch fehlte es nach vorne komplett an Geschwindigkeit, Spielwitz und Kreativität. Überraschende Torraumszenen oder gefährliche Chancen? Fehlanzeige! Als es in die Pause ging, schien Burghausen mit dem einen Punkt zufrieden zu sein, unsere Schnüdel wollten mehr, konnten jedoch nicht. Kurz nach der Pause klingelte es in der 52. Minute dann im Schnüdelkasten: Kindsvater kommt über links in den Strafraum und setzt das Leder zum 1:0 für die Gäste ins Tor. Nur knapp fünf Minuten später kann Stürmer Tsoumou nach einem Ping-Pong-Freistoß zum 2:0 erhöhen. Ab der 70ten Spielminute sollte die Partie mit einigen guten Möglichkeiten auf beiden Seiten noch einmal etwas an Fahrt aufnehmen, bevor Steffen Krautschneider, der im Vorfeld der Partie seinen Vertrag bis 2019 verlängert hat, bereits in der Nachspielzeit auf 1:2 verkürzen konnte. Doch das war es dann auch an diesem Abend, der mit einem hochverdienten Auswärtssieg der Burghausener endete. Der Gästesupport war über die etwas mehr als 90 gespielten Minuten mehr als ordentlich, so wurden unter anderem zahlreiche Soli-Bekundungen für den beurlaubten Trainer Uwe Wolf angestimmt, die auch seitens der Schweinfurter Gegengerade Anklang fanden. Eine große Zahl an Zaunfahnen schmückten den Gästebereich, während gegen Ende des Spiels noch eine schön anzusehende Schalparade aufgezogen wurde. Es bleibt zu bemerken, dass sich unsere Schnüdel gegen Mannschaften aus dem oberen Drittel der Tabelle sichtlich schwer tun. So konnte man gegen Mannschaften, die in der Tabelle vor unserem FC05 stehen, lediglich gegen Illertissen und im Hinspiel in Burghausen dreifach punkten und gegen die Reserve der Augsburger ein Unentschieden erreichen. Klingt nicht gerade nach Aufstiegsambitionen oder der Dritten Liga…

Anmerkung am Rande: Das nächste Mal, liebster BFV, schickt uns doch bitte einen Schiedsrichter vorbei, der schon irgendwann einmal etwas von der Vorteil-Regel „Der Schiedsrichter hat von einer Spielunterbrechung abzusehen, wenn dies von Vorteil für dasjenige Team ist, gegen das sich das Vergehen richtete, und das ursprüngliche Vergehen zu bestrafen, wenn der erwartete Vorteil zu diesem Zeitpunkt nicht eintritt.“ (DFB-Mafia-Fußballregeln) gehört hat. Was da auf beiden Seiten, so auch das eigentliche 3:0 für die Gäste, sinnfrei weggepfiffen wurde, man man man. Eigentlich jedoch kaum verwunderlich in einer Liga, in der Schiedsrichterentscheidungen häufig Slapstick-Einlagen gleichen, und sich die Verbandsvertreter lieber in scheinheiligen Pyro- und Gewaltdebatten verzetteln als sich um reale Probleme zu kümmern, wenn nicht gerade das Buchbachsche Spanferkel heruntergewürgt wird. Wohl bekomm’s, BFV! Hier schließt sich dann auch endgültig der Kreis zum Ex-Burghausen-Trainer Uwe Wolf, der als einer der wenigen sportlichen Vertreter der Liga auch mal klare Kante gegen gewisse Entscheidungen, Personen und Methoden des allseits geschätzten BFV zeigte und so öffentlich Stellung bezog, was in Zukunft vermutlich fehlen wird.

  • Datum: 03.03.2017 – Anpfiff: 19:00 Uhr
  • Spielstätte: Willy-Sachs-Stadion, Schweinfurt
  • Spiel: 22. Spieltag der Regionalliga Bayern (4. Liga)
  • Ergebnis: 1:2
  • Tore: 0:1 Kindsvater (52.) – 0:2 Tsoumou (57.) – 1:2 Krautschneider (90. + 2)
  • Zuschauer: 1.235

FC Schweinfurt 05: Paulus – Janz, Bechmann (58. Fery), Billick, Paul (15. Golla) – Haller, Jelisic (46. Jabiri), Messingschlager, Krautschneider, Willsch – Görtler

Wacker Burghausen: Eiban – Rech, Hofstetter, Burkhard (88. Schulz) – Kindsvater (90. Offenthaler), Hingerl, Weiß (62. Duhnke), Wächter, Knochner – Bann, Tsoumou

Weitere Informationen, Bilder und Videos zum Spiel unter in-und-um-schweinfurt.de!

 
 


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